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Beschreibung:
Eine Fremde nimmt ihre Tochter aus der Kita mit. Vierzig Minuten später bringt sie das Kind zurück. Alles war nur ein Missverständnis. Sagt sie.
Als Sara Brandt an einem Freitagnachmittag zu spät in der Kita auftaucht, ist Emmas Garderobenhaken leer. Die gelbe Jacke fehlt. Der Rucksack fehlt. Und die Aushilfserzieherin sagt einen Satz, der Sara den Boden unter den Füßen wegzieht:
„Ihre Schwägerin hat sie doch abgeholt – die nette Frau mit der Vollmacht.“
Sara hat keine Schwägerin.
Kurz bevor die Polizei gerufen wird, hält ein dunkelblauer Kombi vor der Kita. Emma steigt aus, ein Eis in der Hand, fröhlich, unversehrt. Am Steuer sitzt Helene Sander: warm, zerknirscht, glaubwürdig. Sie spricht von einer Verwechslung, von einer falschen Abholliste, von einem bedauerlichen Fehler.
Alle sind erleichtert.
Nur Sara nicht.
Denn Emma hält plötzlich eine alte Puppe im Arm, die ihr nicht gehört. Sie nennt die fremde Frau „Leni“. Und abends, im Dunkeln, sagt sie beiläufig:
„Mama? Die Frau hat gesagt, sie ist meine richtige Mama.“
Was wie die Angst einer übermüdeten Mutter beginnt, wird zu einem Albtraum, den niemand Sara glauben will. Ihr Mann beschwichtigt. Die Kita mauert. Das Jugendamt stellt Fragen. Und je tiefer Sara gräbt, desto näher kommt sie einer Wahrheit, die ihre Familie zerstören könnte.


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